Die IUIF kann nicht warten. Die leitende Idee ist es, zur Gewährleistung und Ausweitung kritischer Wissensproduktion bei zu tragen, wo diese im akademischen Betrieb zunehmend unter zu gehen droht bzw. noch weniger als bisher garantiert ist und überhaupt zu studieren, wieder mehr als bisher, zu einem Privileg wird. Die IUIF ist ein Name, auf den wir uns gemeinsam beziehen, um verschiedenen nicht-institutionalisierten, nicht-identitären Praxen Sichtbarkeit zu geben. Die informelle Uni ist eine kollektiv-individuelle win-win-situation.

Die IUIF hat eine Ökonomie über ihre Sichtbarkeit hinaus. Viele von uns sind Student_innen, stecken in Projektökonomien, gehen Lohnarbeiten nach und/oder stehen in noch anderen Zusammenhängen. Da viele in ihren Lebenssituationen zunehmend unter Druck geraten und so kaum genügend Zeit für ein intensives Projekt bleibt, verhält sich die informelle Uni in gewisser Weise parasitär und/oder synergetisch zur Universität/Kunsthochschule, zur Lohnarbeit und anderen Unternehmungen.

Die IUIF ist unabgeschlossen, nicht identitär und daher bleibend in Gründung. Sie folgt einem gegen Verstetigung gerichteten Anspruch, ist dabei jedoch institutionell genug, um zu funktionieren und „in Gründung“ genug, um Anschlussmöglichkeiten offen zu lassen. Die informelle Uni will ein Raum auch für unvorhergesehene oder ungepasste Problematisierungen sein und Sensibilität für neue Entwicklungs­möglichkeiten bewahren. Es gibt nicht die informelle Universität, aber es gibt Verknüpfungen in einem Netzbereich, Verbindungen von affiliierten Gruppen und Individuen die im Laufe der Jahre sichtbar geworden sind. Raum-zeitliche Knotenpunkte im Gewebe und thematische Nachbarschaften sind die weitestgehenden Annäherungen an Zentralisation, aber es gibt auch konkrete Orte an denen sich die Praxis der informellen Uni realisiert.

Die IUIF ist transdisziplinär. Ihre thematischen und praktischen Orientierungen ergeben sich aus dem Zusammenspiel der Interessen und des Wissens der jeweils Beteiligten, die immer Lehrende wie Lernende zugleich sind, wenn auch meistens nicht zugleich in gleicher Weise. Wir schätzen das Erschließungsvermögen und die unausschöpfliche Produktivität der Verschränkung divergierender Zugänge und Erkenntnisbereiche. Deshalb halten wir Transdisziplinarität für den zeitgemäßen Ansatz von Wissensproduktion. So ist zum Beispiel die Kolloquiumspraxis der informellen Uni am Gegenstand orientiert und nicht an der Segregation von Disziplinen.

Die IUIF hat eine Praxis. Sie will keine institutionellen und elitären Strukturen reproduzieren. Als informelle Uni knüpft sie an grass-roots Modelle an und will sie auf den Gedanken der Universität abbilden, "diese Kartoffel durch diese Frittenpresse drücken" (Jackie Inhalt). Es geht uns mithin nicht um Mitgliedschaft oder Dienstleistungen – dazu sehen wir uns auch gar nicht in der Lage – sondern um die Praxis einer gesellschaftlichen Möglichkeit im Horizont emanzipatorischer Politiken. Die informelle Uni freut sich also über eure Beteiligung ... remember the "win win situation"!?



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