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RaumErweiterungsHalle (R.E.H.)

Die Raumerweiterungshalle des Vereins Selbstuniversität e.V. ist ein selbstorganisierter Raum für nicht-kommerzielle, queer-feministische und emanzipatorisch linke Projekte und Veranstaltungen wie Ausstellungen, Filmabende, Arbeitstreffen, Diskussionen, Workshops etc.
Es geht uns darum, gemeinsam einen Raum für emanzipatorische und kritische Projekte herzustellen und diesen mit einer Infrastruktur in einem nicht-identitären Raum zu begleiten. Darin ist uns eine mögliche Vielheit von Veranstaltungen und Arbeitsweisen wichtig, welche oft Ausgangspunkte neuer Produktionen, eigenständige Weiterführungen und trans-formatorische Entwicklungen der Selbstorganisation bilden.
Für diesen Ausblick ist es uns wichtig, ein Sensorium aufzubauen, um Hierarchien zu konfrontieren und deren Unverfügbarkeit herauszufordern. . .

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RaumErweiterungsHalle (R.E.H.)

The R.E.H. (translatable as spatial-extension-container) of the association Selbstuniversität e.V. is a self-organized space for non-commercial, queer- feminist and emancipatory projects and events, such as exhibitions, film evenings, workshops, colloquia, discussions, etc.
Our interest is to accompany and host these projects and events with an infrastructure of a non-identity-based space which understands these multi-faceted events and work modes as representations as well as relational investigations, starting points for further collaborations, self-contained continuations, transformatory knowledge and alternative movements towards selforganisation. In this view it is essential to us to build up and maintain a sensory space that is confronting hierarchies and their pathetic contingency...

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Für mehr Informationen und Kontakt: selbstuniversitaet AT gmail DOT com

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SpatialExtension. RaumErweiterungsHalle.

2003 entwickelten sich während des Student_innenstreiks in Berlin und überregional Zusammenschlüsse und Diskussionsrunden zur Kritik an einem Bildungsprogramm, welches zunehmend zu elitären Privilegien zurückkehrte und Konkurrenzdruck als treibende Kraft installierte. Für uns ergab sich daraus eine Art Eigendynamik: Diese Neuformierungen, aber auch die Erfahrungen des Streiks, inspirierten uns, über Bildung, Organisation, Identität neu nachzudenken.

Welches sind unsere Subjektivierungsverhältnisse in diesem Feld, differenzierenden Bedürfnisse und kollekivierbare Vorstellungen und Wünsche für andere Wirklichkeiten? Überdies sind wir der Frage nachgegangen, wie entlang dieses Bruchs zwischen eigenem Begehren und gesellschaftlicher Realität die unegalitäre Organisation der Gesellschaft in einem weiteren Betrachtungsfeld manifest wird. Schon die Praxis dieser Erkundung hat sich davon unterschieden, wie sich die akademische Lehre strukturiert.
Anhand dieser Praxis des Erfragens haben wir überlegt, wie wir gemeinsam ein Projekt entwickeln können, welches es uns ermöglichen würde, unsere Kritik am Bildungssystem, der Identitätspolitik und deren Veränderungen zu vertiefen und praktisch werden zu lassen. Wie entsteht eine alternative Praxis, welche solidarische Codes, kritische Positionierungen und interdisziplinäre Wissensproduktion entwickeln kann?


Zur gleichen Zeit wollte eine Künstler_innengruppe ihren pleasure dome, die Raumerweiterungshalle, eine teleskopartige Containerhalle, abtreten. Raumerweiterungshallen wurden in den 60er und 70er Jahren in der DDR gebaut und dort multifunktional eingesetzt. Schon bald hatten wir die Raumerweiterungshalle (R.E.H.), einen realen, mobilen Ort, um kollektive Wünsche zu entwickeln, auszuhandeln und uns zu treffen.

Von einigen Berliner Künstler_Innen von der Ostsee nach Berlin gebracht, hat sich ihr Standort seitdem bereits mehrere Male geändert: bis 2007 stand sie auf dem ehemaligen Mauerstreifen in Berlin Mitte/Wedding, dann auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neukölln und nun, seit 2009, in der Nachbarschaft zu About_Blank am Ostkreuz.

Die Architektur der Halle kann an verschiedene Beanspruchungen angepasst werden. In einem Sommercamp 2003 der IUIF schoben wir die Halle fast ganz zusammen, so daß ein kleiner abschließbarer Bereich entstand und öffneten so die gesammte Innenfläche nach außen als dancefloor/bühne. Meistens benutzen wir sie jedoch voll ausgezogen, für einen euromayday workshop, die Freie Klasse Berlin Austellung ,,die Sonne“, eine Serie von kollaborativen Zeichenworkshops, Performanceworkshops und für Filmabende. Bisher erarbeitete der AK linker Feminismus 3 feministische Filmreihen, es gibt eine Reihe in welcher junge Filme- und Videomach_erinnen ihre Arbeiten vorstellen, und es finden gelegentlich interdisziplinäre Kolloquien zu aktuellen zeitgenossenschaftlichen und politischen Wissensbereichen statt, die stillschweigend von der universitären Wirklichkeit ignoriert werden und nur selbstorganisiert Räume findet oder/und die Strukturierung eines eigenen Erfahrungsraums benötigt.

Auch unsere Organisationsgruppe verändert und verschiebt sich mit den verschiedenen kollaborativen Produktionen und Herausforderungen der Infrastruktur. Grundsätzlich ist diese Struktur der R.E.H. so offen wie möglich für emanzipatorische und kritische Projekte und möchte diese mit ihrer Infrastruktur in einem nicht-identitären Raum begleiten. In diesem Raum ist es uns wichtig ein Sensorium aufzubauen, um Hierarchien (Klasse, Sexualität, race, Herkunft, gender) zu konfrontieren und deren Unverfügbarkeit herauszufordern.

Momentan sind wir ca. 10-15 Organisat_orinnen, welche Workshops, in/formelle Kolloquien, Ausstellungen, Konzerte und Performances veranstalten und unsere Arbeitsstrukturen dafür selbst gestalten. Dabei vermischen sich unsere unter-schiedlichen Herangehensweisen und Ideen.
*Wir* erarbeiten, räumen, befragen und transformieren unsere Vermögen und Fähigkeiten/Fertigkeiten, Verbindlichkeiten, unsere Geschmeidigkeiten, Verletzlichkeiten, Liebenswürdigkeiten, die Unbeständigkeit und Strapazierfähigkeit.

Wir dealen auch mit den Alltäglichkeiten, jedoch gleichzeitig auch mit den Bedingungen und Subjektivierungsverhältnissen in unseren Existenzen. Diese Auseinandersetzungen sickern auch in unsere gemeinsame Arbeit und bestimmen dort die Ausgangspunkte neuer Produktionen mit oder erweitern Formen der Mitwirkung und Organisation, wobei es uns wichtig ist, die individuellen Räume wahrzunehmen, die eigenen Kapazitäten zu kommunizieren als auch die Möglichkeit des Scheiterns mit einzubeziehen.

Die Organisation fusst vor allem auf informellen Beziehungen, welche in der Raumerweiterungshallengeschichte gewachsen sind. Kontinuierlich gibt es Koordinierungstreffen, bei welchen infrastrukturelle Organisation, Programmplanung und Formen der Kollaborationen besprochen werden und es möglich ist, objektiv miteinander zu arbeiten. Die Halle ist eine ziemlich vielschichtige Raumstruktur, dabei geht es um die Halle als ‚hardware’, also als materielle Struktur des Containers und wie die Benutzung geht und um den Geräte pool und Reparaturen aller art, sowie um die Halle als sozialen Raum, der bestimmte Sensibilitäten und Verbindlichkeiten erfordert. Selbst wir, die die Halle gut kennen, haben nicht immer alles Wissen.
Es braucht also Zeit zu verstehen, was alles so anfällt.
Was auch bedeutet, dass für Interessierte oder Mitorganisator_innen die Halle nicht einfach so benutzbar ist, sondern es braucht die kollaborative Unterstützung mit der Organisat_orinnengruppe, eine Veranstaltung in der Halle durchzuführen.

Jede einzelne Produktion, welche sich auch manchmal in absolutes Wirrwarr überlädt, ist auch immer dadurch definiert wer was macht, mit wem und wie viel.
Es geht um ein Verstehen von kleinen Zwischenschritten, von Mikro-Arbeitsschritten, die metaphorisch auch für andere Arbeitsschritte in der organisatorischen Infrastruktur stehen können und sich dort auch auswirken. Dabei hat sich ein gefühlter Raum entwickelt, welcher einen Zwischenraum, eine Art Interspace, sowohl zwischen individuellen und gruppendynamischen Wirklichkeiten als auch zwischen Freundschafts- und Arbeitsverhältnissen, aufmacht, Kapazitäten kommuniziert und Arbeit aufteilt.

Diese infrastrukturelle Arbeit und Sichtbarmachung von Dynamik und Infrastrukturarbeit zeigt, wie sich Prozesse und Entscheidungen in Praktiken und Verhaltensweisen auffächern. Um andere Codes zu politisieren beinhaltet dies zugleich die Forderungen nach Vielheit und politischer Gleichheit, danach einen Raum herzustellen, in welchem wir sein wollen, dessen Kontext wir reflektieren. Einen Raum, um dessen Grenzen wir wissen, ebenso wie wir Kritik in diesen Interspaces üben können.

So ist es eine weitere Aufgabe der Gruppe, ein Verstehen-Wollen für die Formen des Aushandelns von unterschiedlichen Wahrnehmungen zu formulieren und zu verallgemeinern. Dies benötigt die Konzeption einer bruchstückhaften, offenen Identität, weder verfestigte Einstimmigkeit noch unendliche Abspaltung.
Vielleicht ist die primäre, notwendigste soziale Transformation die Behauptung der auf universaler Gleichheit basierten Einzigartigkeit, kombiniert mit der Bewusstmachung von Beziehungen, zwischen sich und den anderen, in einem Raum, welchen wir dafür produzieren.


R.E.H.-Gruppe

SpatialExtension. RaumErweiterungsHalle.

In late 2003 student strikes in Berlin as in the rest of Germany developed a little momentum. Important to us? was the critique of an educational system that was increasingly returning to elitist prerogatives and being attuned to economic competition. This experience inspired us to think about Bildung (education) anew. Now that the Uni system was headed downhill, what actually were our own
relations of subjectivation, collectivisable ideas and wishes for other realities to do with learning, differing from that system even at its’ best and how did both this have to do with the wider inegalitarian organisation of society? With these questions in mind then, how could we develop a project that would enable us to enact our critique of the public educational system and the turns it was taking, through an alternative practice already starting to provide some tangible questions and answers? How can come for us an alternative practice and experience into being that facilitates with solidly codes, critical positioning and interdisciplinary knowledge production and how do we share it?

At that time a Berlin based group of artists wanted to pass on a GDR?? telescopic container, a spatial-extension-container. Soon we had the RaumErweiterungsHalle (R.E.H.), an actual space in which to develop and negotiate our collective wishes and productions. Once at the Baltic Sea, it has been on different locations throughout Berlin and was transported in 2007 by us from the vacant wall-strip on the edge of Berlin-Mitte to Berlin-Neukölln and recently to the neighborhood with About_blank in Berlin-Friedrichshain, always after being for a varied span of time at a place and its interactions.

The architecture of the R.E.H. can change to meet different demands. For an early summer-camp of the Informal University in Foundation, we shifted the front element to the back creating a little lockable space and completely opening one side. For most events the space is fully extended, while often in summer, like for example during a week of events leading up to a Euro Mayday, an exhibition of the Freie Klasse, a series of drawing workshops and performative workshops or some film nights we sprawl outside it. Also the AK linker Feminismus presented 3 film compilations, there is a series of video- and film evenings where young cultural producers are presenting their work and occasionally there are interdisciplinary colloquia extending and filling the space preferably in the summer times. This last winter in turn it shrunk to about half its' size.


Also our group is changing, growing and shrinking with every collaborative production. Right now we are about 10-15 people in different constellations putting on workshops, informal colloquia, shows and performances, showing films and hosting other events, directly mixing ideas and skills that flow from our different backgrounds.

*We* are working, placing, challenging and transforming our knowledge and abilities; our malle_ability, vulner_ability, lov_ability, vari_ability, and dur_ability to enumerate but a few.

That at the same time we are all dealing with other issues in our everyday lives often sets the limits to what each is able and willing to contribute to the content and infrastructure of the project. These conditions also trickle in our work changing the usual direction of the cycle. We are learning to communicate what we want, what we can do and what support we need and we are seeing how that comes together (or doesn’t) at any given moment. Each singular production is also always defined by who plays a part and how much.

In our interactions a felt space unfolds which opens up interim spaces, ‘interspaces’ of a kind, in friendships and working relationships, for which we feel out a language in the interspaces of our communication. Working on this project keeps revealing how processes and decisions fan out into new politicized practices and habits, imbued with other codes that in particular serve to visualize or otherwise represent spaces that hitherto were inexpressible phenomena.


Ideally the R.E.H. is as open as possible to all emancipatory activity, whereas, regarding the issue of openness, its important to say that we also reflect this utopic idea of the open space and try to embed the facts that the organisation of the R.E.H. grounds on informal relations and experiences, which were growing continually with the history of the space, inside the group and with its collaborations.
Regularly we meet for discussions dealing with coordination, infrastructure, programm planing and new ways of collaboration. The container is a quite complex space structure, in senses of material hardware, administering the relationships and group sensibilities and courtesy. Even us, as we know the Halle quite well in these senses, have not always track what is going on looking at these extending working modes. It needs some also time to understand what is necessary, useful and important to (re) present.

This organizing effort, which sometimes tips into a clutter of disorganization, has been an attempt to create a space less subject to the usual conditions, a space in which we (and others) learn to feel, talk and act differently. This is one of the most important ways in which this has been transformative and the building up of a non-identity-based space in which we create an egalitarian sensorium confronting hierarchies and exposing their pathetic contingency, communicating capacities and partitioning work. For if at the same time exacting multiplicity, it makes for a defensive relativism that in the horizon of a global semi-mystical ideal, also suggesting its limits, precludes domination. What that means also for our group is a lot of willingness for the negotiation of varying perceptions, a fractured and multiple identity, neither solidified unanimity nor a limitless schismatical explosion. Maybe the primary, most necessary social transformation is toward this assertion of uniqueness based in universal equality combined with a heightened awareness of the relationships, which happen (to be) between oneself and the others, in the space that we produce for it.

R.E.H.-Gruppe

 

 

 

Die Raumerweiterungshalle ist der Vereinsraum von Selbstuniversität e.V., Zutritt zu den Vereinsräumen nur für Mitglieder und alle, die es werden wollen.